Computational Linguistics & Phonetics Computational Linguistics & Phonetics Fachrichtung 4.7 Universität des Saarlandes

Aljoscha Burchardt

Als ich mich entscheiden musste, was ich studieren wollte, stand ich vor einem Dilemma: Einerseits wollte ich mich (geistes-)wissenschaftlich mit Sprache beschäftigen, andererseits interessierte ich mich für die Informatik und wollte sie gerne als harten Kern meines Studiums sehen. Meine Entscheidung, Computerlinguistik in Saarbrücken zu studieren, war goldrichtig. Das Dilemma war gelöst und ich wurde Teil eines renommierten und dennoch familiären Institutes, an dem ich nach meinem Studium dann auch die ersten Jahre meines wissenschaftlichen Berufslebens verbrachte und meinen Doktor machte. Auch wenn das Saarland vielleicht in erster Linie Naturliebhabern bekannt sein dürfte, ist die Campus-Uni im Saarbrücker Stadtwald mit ihrem starken IT-Cluster ein Ort, an dem es sich gut lernen und leben lässt. Gerade die stark Interdisziplinäre Ausrichtung der Computerlinguistik, in der man lernt, sowohl formal und theoretisch auch empirisch und experimentell zu arbeiten, hat mir in meinem einige Türen geöffnet. Als wissenschaftlicher Koordinator Forschungsschwerpunktes an der TU Darmstadt fiel es mir z.B. leicht, verschiedenen Wissenschaftskulturen in der richtigen Tonart anzusprechen Auch, wenn man beruflich nicht in die Wissenschaft zielt, sondern beispielsweise Industrieprojekte leiten möchte oder IT-Consulting vor Augen hat, ist man mit einem Studium der Computerlinguistik aus den genannte Gründen bestens vorbereitet.


Fabian Shirokov, Geschäftsführer, enerom IT GmbH

Vor meinem Studium hatte ich während eines einjährigen Friedensdienstes in Russland viel Zeit, um über meine Zukunft nachzudenken. Was will ich? Was macht mir Spaß? Eigentlich wollte ich immer Ingenieur werden, aber Sprachen fand ich mindestens genauso faszinierend. Nirgendwo kann man seine mathematischen und sprachlichen Interessen besser einbringen, als in der Computerlinguistik, also entschied ich mich für das Bachelor-Studium in Saarbrücken. Und heute kann ich sagen - das war eine tolle Entscheidung!

In den Seminaren und Vorlesungen herrscht eine familiäre Atmosphäre, die andere Studiengänge mit ihren überfüllten Hörsälen nicht bieten können. Mit weniger Leuten pro Vorlesung lässt sich viel einfacher studieren, und man lernt dabei viel mehr. Die Seminare in unserem Studium waren auch einzigartig - in einem Team von vier Studenten haben wir zum Beispiel einen echten Aufzug dazu gebracht, sich mit seinen Benutzern interaktiv zu unterhalten, und ihnen dabei Komplimente zu machen!

Computerlinguistik ist ein so spezialisierter Studiengang, dass man schon durch den Bachelor sehr viel Spezialwissen erwirbt, das in Deutschland noch ziemlich selten ist. Auch mein Hiwi-Job in einem Forschungsprojekt half mir dabei, mich auf den Beruf optimal vorzubereiten. Gerade in den heutigen Zeiten der Hypes von Data Scientists und Big Data haben Computerlinguisten erstklassige Berufschancen. Sie können nämlich etwas, was kaum jemand kann - aus scheinbar unsauberen Daten verwertbare Informationen gewinnen.

Nachdem ich nun einige Jahre Industrieerfahrung sowohl in der Implementierung von Text-Mining-Algorithmen als auch in der Auswertung und Visualisierung von Informationen gesammelt habe, leite ich heute meine eigene Firma. Wir sind spezialisiert auf das Sammeln, Zusammenbringen und Visualisieren von Daten - einem Anwendungsfall der Computerlinguistik mit großem Potential.


Gregor Erbach, IT expert, European Parliament

In the summer of 1988, I left IBM and came to Saarbrücken to help to set up the Computational Linguistics department. It was an amazing place to work and study, everyone was really young (the average age must have been around 29), there was a broad range of competences, and a real openness towards new ideas – quite refreshing compared to other linguistics departments which were dominated by rigid schools of thought. Right from the start, there was an excellent cooperation with the computer science department, and with the leading computational linguistics labs all over the world.

Over the years, Saarbrücken has become one of the foremost centers for computational linguistics and language technology, and world-class research institutes and innovative companies have sprung up around the computational linguistics department. Saarbrücken has managed to attract the brightest people, with a real passion for research and teaching. It has become the place to be, AND many of the top computational linguists have spent some time of their life in Saarbrüken as students, researchers or visitors. I remember it not only as an intellectually stimulating environment, but also as a fun place to work and live.

During my 15 years at the Computational Linguistics department and DFKI, I have had the pleasure to work on a wide variety of international projects, from grammar formalisms to multilingual search engine technologies. Later on, I worked on spoken dialogue systems in Vienna and Berlin. Today, I help to make the world's information accessible to the European legislators, as an IT expert in the library of the European Parliament in Brussels.


Pia Knöferle, Assistant Professor

I came to the Department of Computational Linguistics at Saarland University in 2001 as a PhD student in the IGK Language Technology and Cognitive Systems. Life as PhD student involved studying with a group of international students that hailed from Germany, the Ukraine, Russia, and Poland. Students in the PhD program had such diverse backgrounds as computer science, computational linguistics, psycholinguistics, phonetics, english philology, and speech and language processing, resulting in an intellectually stimulating environment. Supervision was excellent, as was the technological equipment, which, in my case, included access to state-of-the-art eye-tracking facilities, and online corpora. In addition to an intellectually rich and well-funded environment in Saarbruecken, the IGK program offered the possibility of a stay at Edinburgh University where I spent 6 months in the Department of Psychology, complementing both my experimental skills and psycholinguistic training. After graduating I continued on a postdoc at Saarland University, working on parallelism in human parsing with Matthew Crocker, before obtaining an independent postdoctoral fellowship that I held at UC San Diego (both grants were funded by the German Research Council). Now I'm an assistant professor at the Cognitive Interaction Technology Excellence Cluster (CITEC) in Bielefeld.


Ulrike Pado

Computerlinguistik ist ideal für alle, die sich nicht entscheiden können, ob sie lieber mit Sprachen oder lieber mit Computern umgehen. Wer sich außerdem noch dafür interessiert, wie Menschen Sprache verstehen, ist in der Psycholinguistik richtig.

Das Studium in Saarbrücken ist nicht nur vielseitig, auch die Rahmenbedingungen stimmen: Kleine Lerngruppen, ein gutes Verhältnis zu den Dozenten und Anschluss an die internationale Forschung.

Nach meinem Abschluss habe ich festgestellt, dass mir als Computerlinguistin viele Wege offen stehen: Meine erste Stelle war als PostDoc an der Universität, danach habe ich in einem internationalen Unternehmen automatisierte Sprachtests entwickelt und jetzt arbeite ich in einem Startup-Unternehmen daran, Emotionen und Meinungen in Texten zu identifizeren und Sprachdaten zu visualisieren.