\documentclass[12pt]{scrartcl}

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\pagestyle{plain}
\addtolength{\textheight}{1cm}

\title{Musterl"osungen zum 3. "Ubungsblatt}
\author{Sebastian Padó}

\begin{document}
\maketitle

\subsection*{Aufgabe 1a}
\begin{itemize}
\item Flexion 
  \begin{itemize}
  \item Aufgabe: Markierung grammatischer Information
  \item Bildung: Eine Basis plus Flexionsmorphem (bei Affigierung) oder
    Modifikation der Basis
  \item Wortart: bleibt erhalten
  \end{itemize}
\item Derivation
  \begin{itemize}
  \item Aufgabe: Ableitung neuer Wörter
  \item Bildung: Eine Basis plus Derivationsmorphem (bei Affigierung)
  oder Modifikation der Basis
  \item Wortart: kann sich ändern, muss aber nicht
  \end{itemize}
\item Komposition
  \begin{itemize}
  \item Aufgabe: Bildung neuer Wörter
  \item Bildung: Kombination zweier Basen (möglicherweise plus
    Formative oder Modifikationen)
  \item Wortart: im Deutschen durch die zweite Basis vorgegeben
  (staubsaugen, radfahren)
  \end{itemize}

\end{itemize}

\subsection*{Aufgabe 1b}
\begin{itemize}
\item Flexion: geh+st = gehst (Suffigierung)
\item Derivation: gut + un = ungut (Präfigierung)
\item Rad + fahren = radfahren 
\end{itemize}

\subsection*{Aufgabe 1c}
Siehe 1b bzw. die Folien für andere Möoglichkeiten

\subsection*{Aufgabe 1d}
Siehe 1b bzw. die Folien für andere Möglichkeiten

\subsection*{Aufgabe 2a}
Die verschiedenen Verwendungen des Begriffes \textsl{Wort} lassen sich
am besten anhand der Frage ``Wieviele
Worte enthält der folgende Text?'' beantworten:
\begin{verbatim}
Anna lacht. Du lachst. Peter lacht. Hans lacht.
\end{verbatim}
Mögliche Antworten:
\begin{itemize}
\item 8 Worte = vorkommende Wortformen bzw. getrennte Zeichenketten
  (auch ``tokens'' genannt). Diese Zählung ist meistens bei
  Grössenangaben von Texten gemeint (``Das Korpus enthält 1 Million
  Wörter'').
\item 6 Worte = Wortformen oder orthographisch verschiedene
  Zeichenketten (Anna, lacht, lachst, du, Peter, Hans). Die Zählung
  wird selten verwendet, weil sie wenig aussagt.
\item 5 Worte = Lexeme oder ``types'' (Anna, Peter, Hans, du, lachen). Ein
  Lexem entspricht allen Wörtern eines Lexikoneintrags: das Lexem
  ``lachen'' umfasst hier also alle Vorkommen der Wortformen ``lacht''
  und ``lachst''.
\end{itemize}

\subsection*{Aufgabe 2b}
Morpheme sind sprachliche Einheiten, die eine Bedeutung tragen;
Formative (z.B. Fugenmorpheme) tragen keine Bedeutung.

\subsection*{Aufgabe 2c}
\begin{itemize}
\item Mädchen+handel+s+schule (3 Morpheme, 1 Formativ)
  
  Sprachhistorisch (diachron) betrachtet, besteht Mädchen noch aus
  zwei Morphemen: Mäd+chen, aber das muss der heutige Sprecher ja
  nicht mehr wissen, um ``Mädchen'' zu verstehen ;-)
\item Kraft + fahr + zeug + werk + statt (5 Morpheme)
\item Anti+dis+establish+ment+ari+an+ism (7 Morpheme)
\end{itemize}



\subsection*{Aufgabe 3}
\vspace{1cm}

\begin{center}
  \begin{tabular}[h]{cccccccc}
 \circlenode{n51a1b}{1b}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a2b}{2b}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a3b}{3b}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a4b}{4b}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a5b}{5b}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a6b}{5d}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a7b}{5f}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode[doubleline=true]{n51a8b}{6b}\hspace*{1cm} \\ \\ \\ \\ 
    \hspace*{-.5cm} \pnode(0,.15){s51a}\hspace*{.5cm}    \circlenode{n51a1}{1a}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a2}{2a}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a3}{3a}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a4}{4a}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a5}{5a}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a6}{5c}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a7}{5e}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{n51a8}{6a}\hspace*{1cm} 
%     \circlenode{n51a1}{1}\hspace*{2cm} &&& \vspace*{1cm}  \\
%    & \circlenode{n51a4}{4}\hspace*{2cm} & \circlenode[doubleline=true]{n51a5}{5}\hspace*{2cm} & \circlenode[doubleline=true]{n51a6}{6}\hspace*{2cm}
  \end{tabular}
\end{center}
%
\ncline[linewidth=.1]{->}{s51a}{n51a1}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a2b}{.5}\Bput{\#w}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a1b}{.5}\Bput{\#w}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a2b}{.5}\Bput{\#w}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a3b}{.5}\Bput{\#w}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a4b}{.5}\Bput{\#d}
\nccircle[angleA=0]{->}{n51a8b}{.5}\Bput{\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a1}{n51a1b}\Aput{\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a2}{n51a2b}\Aput{\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a3}{n51a3b}\Aput{\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a4}{n51a4b}\Aput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a5}{n51a5b}\Aput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a6}{n51a6b}\Aput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a7}{n51a7b}\Aput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a8}{n51a8b}\Aput{\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a1b}{n51a2}\Bput{\#s}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a2b}{n51a3}\Bput{\#s}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a3b}{n51a4}\Bput{\#s}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a4b}{n51a5}\Bput{\#s}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a5b}{n51a6}\Bput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a6b}{n51a7}\Bput{\#d}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{n51a7b}{n51a8}\Bput{\#s}
%
Dieser Automat hat folgende Zustände: 1a/1b für den Vornamen, 2a/2b
für den Nachnamen, 3a/3b für die Strasse, 4a/4b für die Hausnummer,
5a-5f für die Postleitzahl, 6a/6b für den Ort. 1,2,3 und 6 erfordern
je mindestens einen Buchstaben und erlauben unendlich viele; 4 fordert
mindestens eine Ziffer, und 5 fordert genau fünf Ziffern. Der Automat
nimmt ein Leerzeichen immer als Aufforderung, ein ``Feld''
weiterzugehen. Was dieser Automat also nicht erkennen kann, sind
Strassen- und Ortsnamen aus mehreren Teilen (``Kirchheim unter
Teck'').

Grundsätzlich zu Automatenaufgaben: solange der Automat macht, was er
soll, und nach Möglichkeit auch ein bisschen erklärt ist, bin ich
bereit, eine Menge Lösungen zu akzeptieren.

\subsection*{Aufgabe 4}

\begin{center}
  \begin{tabular}[h]{cccc}
    \hspace*{-.5cm} \pnode(0,.15){4s}\hspace*{.5cm}
    \circlenode{41}{1}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{42}{2}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode{43}{3}\hspace*{1cm} & 
    \circlenode[doubleline=true]{44}{4}\hspace*{1cm}
  \end{tabular}
\end{center}
%
\ncline[linewidth=.1]{->}{4s}{41}
\nccircle[angleA=0]{->}{41}{.5}\Bput{\#w/\#w}
\nccircle[angleA=0]{->}{44}{.5}\Bput{\#w/\#w}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{41}{42}\Aput{k/-}\Bput{-/s}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{42}{43}\Aput{-/c}\Bput{s/-}
\ncline[nodesep=3pt]{->}{43}{44}\Aput{k/k}\Bput{t/t}
%
Dieser Transducer akzeptiert erst einmal alles, in dem entweder
\texttt{k-k} oder \texttt{-st} vorkommt. Dies formt er zu \texttt{-ck}
bzw. \texttt{s-t} um. 

Dieser Automat funktioniert nicht richtig auf Wörtern, bei denen
\texttt{k-k} bzw. \texttt{-st} an einer echten Morphemgrenze vorkommt:
er formt \texttt{Bank-konto} zu \texttt{Ban-ckonto} und
\texttt{Wider-stand} zu \texttt{Widers-tand} um. 

Wenn man echte Morphemgrenzen durch \texttt{+} anstatt durch
\texttt{-} markiert, werden solche Wörter anders repräsentiert (zB
\texttt{Wider+stand}) und deshalb vom Automaten nicht mehr umgeformt.
An der Form des Automaten ändert sich nichts.

\end{document}
%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: t
%%% End: 
