Praktikumsberichte · 2016-04-08 · Christine Muljadi

Christine Muljadi

Kontakt
Dauer 01.02.2016 - 11.03.2016
Firma Universität Trier - Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften-Phonetik
Adresse Universitätsring 15
54296 Trier
Deutschland

Die Universität Trier

Die Universität Trier wurde 1473 gegründet. Sie ist in 6 Fachbereiche mit über 30 Lehreinheiten und über 20 Angeboten zu Aufbau- und Weiterbildungsstudiengängen, Zusatzzertifikaten und Fremdsprachenausbildung gegliedert. Es studieren dort zurzeit 14.484 Menschen. Die Phonetik ist ein sehr kleiner, familiärer Studiengang an der Uni Trier. Sie beschäftigt sich im Kern mit den Prozessen der Produktion, übertragung sowie Wahrnehmung von Sprachschall. Es ist dort eine überwiegend experimentelle Wissenschaft, in der das eigene empirische Arbeiten im Vordergrund steht.

Vor dem Praktikum

Da ich schon wusste, dass ich gerne einen weiteren Einblick in die Phonetik werfen wollte, fragte ich meinen Bachelorarbeitsbetreuer Jürgen Trouvain, ob er mir nicht Institutionen empfehlen könne, um dort mein Berufspraktikum zu absolvieren. Er verwies mich auf die Phonetik an der Uni Trier und stellte liebenswürdigerweise den Kontakt her. Ich traf mich einmal vor Praktikumsbeginn mit meiner Ansprechpartnerin und Betreuerin Fr. Prof. Dr. Angelika Braun, um die notwendigen Formalien und Aufgaben zu klären.

Meine Tätigkeiten

Das sechswöchige Praktikum war in zwei Einheiten gegliedert: in den ersten vier Wochen durfte ich Audio- Dateien mit Spontansprache analysieren (sprich: Annotation von Pausen und Silbenanzahlen). Die letzten beiden Wochen fielen der Auswertung der von mir erstellten TextGrids zu. Hierbei errechnete ich durch Erstellen kleiner Praat- Skripte, unter anderem die Gesamtanzahl der Pausen, die durchschnittliche Anzahl der Silben im pause free interval und die durchschnittliche Pausendauer. Die Aufgabe sollte ein Beginn zu der Auswertung einer schon bestehenden Sammlung an Spontansprache- Daten sein, die schon vorher auf bestimmte (andere) Häsitationsmarker, wie z.B. auf initiale und finale Konsonanten- und Vokaldehnung, untersucht wurden und deren Ergebnisse in der Veröffentlichung "On the speaker- specificity of hesitation markers" von Fr. Prof. Dr. Angelika Braun und Annabelle Rosin (2015) diskutiert wurden. Abwechslungsreich wurde die Arbeit mit vielen kleineren Aufgaben, die ich zwischendrin erledigen konnte: neben der Literaturrecherche über Pausen, Häsitationen und Tempo, durfte ich Phonetik- Vorlesungen und Seminare besuchen, an einem Experiment eines Doktoranden teilnehmen und lernen, wie man richtig Bibliographien erstellt. Besonders gefallen hat mir in dem Seminar das Arbeiten mit dem Artikulographen, welcher die simultane und fortlaufende Registrierung mehrerer Artikulatorpositionen innerhalb und außerhalb des Mundraumes ermöglicht. Dort wurden die Vorbereitungen zur Arbeit mit dem Artikulographen, sowie ein kleiner Durchlauf mit einer Seminarteilnehmerin als Versuchsperson vorgenommen, worin die restlichen Seminarteilnehmer von Anfang bis Ende mitinvolviert waren.

Persönliches Fazit

Mir hat das Praktikum an der Uni in Trier sehr gut gefallen. Es hatte eine klare Struktur und es gab immer eine Möglichkeit, Probleme und Fragen anzusprechen und zu klären. Ich fand es schön, dass ich neben meinen Hauptaufgaben noch kleine weitere "Distraktions"- Aufgaben bekam, um die Tage abwechslungsreicher zu gestalten. Hinzu kam noch, dass die Arbeitszeit relativ flexibel und die Atmosphäre familiär und freundlich war. Alles in allem konnte ich in den sechs Wochen einen guten Einblick in die Strukturen der Uni gewinnen, sowie mein Wissen und meine Fähigkeiten in dem Arbeitsfeld der Phonetik erweitern. Ich würde es jedem empfehlen, der sich in dieser Hinsicht weiterentwickeln möchte.