Praktikumsberichte · 1996-03-15 · Sabine Buchholz

Sabine Buchholz

Kontakt
Dauer 28.02.1994 - 08.04.1994
Firma Max-Planck-Institut für Psycholinguistik
Adresse Wundtlaan 1
6525 XD Nijmegen
Niederlande

Kurzbeschreibung der Arbeit:

Einarbeitung in und Vergleich der Formate zweier Korpora, die annotierte, transkribierte, gesprochene Sprache in verschiedenen Sprachen enthalten ("European Science Foundation Second Language Databank (ESF)" und "Child Language Data Exchange System (CHILDES)"), um zu untersuchen, ob und wie sich das eine Format in das andere überführen läßt. Dabei qualitative und quantitative Untersuchung, inwieweit die Daten der ESF von der Kodiervorschrift abweichen, und welche Auswirkungen dies auf eine Überführung hätte.

Beschreibung des Praktikums

Obwohl ich im voraus nur wenig wußte, was mich erwartete, verlief das Praktikum ziemlich gut. Ich erhielt sofort die nötige Literatur, einen Arbeitsplatz, einen Account und nach zwei Tagen auch eine Workstation, bekam die Aufgabe erklärt und Menschen vorgestellt, an die ich mich mit Fragen wenden konnte, da mein offizieller Betreuer Peter Wittenburg fast die Hälfte der Zeit nicht da war. Es gab keine festen Arbeitszeiten und daher auch keine Anwesenheits- oder sonstige Kontrolle. Zwei- bis dreimal trafen wir uns mit allen Beteiligten, um offene Fragen zu klären und wohl meine Fortschritte zu sehen, ansonsten arbeitete ich selbständig und wandte mich nur mit Fragen und Problemen an jemanden. Von den linguistischen Kenntnissen her fühlte ich mich durch das Studium gut vorbereitet, genaueres Wissen über Korpuslinguistik und Spracherwerbsforschung war glücklicherweise nicht nötig. Ohne praktische Erfahrung mit Textverarbeitung, UNIX und regulären Ausdrücken (für die UNIX-Tools "grep", "sed" und "awk") hätte ich die Aufgabe wohl kaum in dieser Zeit bewältigen können, andererseits habe ich "awk" bei dieser Arbeit erst gelernt. UNIX-Kurse werden zwar angeboten, bei so einer kurzen Praktikumszeit war es aber Zufall, daß gerade einer stattfand. Zum Lesen der Literatur waren gute Englischkenntnisse notwendig, für einige Texte und Transkriptionen in der ESF-Datenbank auch Französisch. Da fast alle Deutsch sprechen können (einige nur Englisch) oder sogar Deutsche sind, ist Niederländisch theoretisch nicht notwendig, aber natürlich sehr anzuraten. Insbesondere für meine Aufgabe war es nützlich, da die ESF-Datenbank auch viele niederländische (allerdings z.B. auch schwedische) Transkriptionen enthält. Bezahlung habe ich keine erhalten, auch keine Reisekosten- oder Mieterstattung. Es gibt ein Gästehaus, welches zu dieser Zeit aber belegt war. Glücklicherweise vermittelte mir eine Mitarbeiterin des Instituts ein Privatzimmer, denn Zimmer scheinen in Nijmegen sehr knapp und teurer als in Saarbrücken zu sein. Die allgemeine Atmosphäre ist sehr angenehm und relativ unbürokratisch, was Arbeitsmaterial angeht, habe ich aber wohl Glück gehabt, da andere Praktikanten, Hiwis und Zivis wochenlang ohne eigenen Computer und Arbeitsplatz auskommen mußten, d.h. sich den sehr kleinen Terminalraum oder überfüllte Arbeitszimmer teilen mußten. Das MPI liegt direkt neben dem Campus der Katholischen Universität Nijmegen; Bank, Geschäfte, Post, etc. sowie ein großes Naturgebiet sind in der Nähe, das Stadtzentrum und die Mensa (in der kein Studentenausweis kontrolliert wird) in Fahrradentfernung. Nijmegen selber ist eine nette Stadt, nur das Wetter ist zu der Jahreszeit wie in Deutschland.

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung,